Fortschritt als Einbahnstraße — die Zeitzonenpolitik des Kolonialismus

Editorial-Illustration: alte Weltkarte, halb graviert, halb verblassend, mit Kompass, der nur in eine Richtung zeigt — zur Zeitzonenpolitik des Kolonialismus.

Der Kolonialismus hat Gesellschaften nicht geografisch, sondern temporal einsortiert: nicht „anders“, sondern „früher“. Wie diese Logik in „Entwicklungsland“ und Tech-Solutionismus weiterlebt, und was eine dekoloniale Zukunftspolitik bedeuten würde.

Die personalisierte Zukunft — wie Neoliberalismus und Algorithmen das Gemeinsame zerstückeln

Editorial-Illustration: viele getrennte Glaskugeln auf einer Ebene, jede mit anderem Muster — zur Privatisierung der kollektiven Zukunft.

Die Zukunft ist privatisiert. Aus dem geteilten Morgen wurde eine individuelle Trajektorie, die man kauft und scrollt. Wie Konsumismus, Neoliberalismus und Algorithmen das Gemeinsame zerstückeln, mit Jonathan White.

Classified — wie staatliche Geheimhaltung die demokratische Zukunft untergräbt

Editorial-Illustration: Stapel geschwärzter Dokumente halb hinter einem Vorhang — zu staatlicher Geheimhaltung von Zukunftsprognosen.

Regierungen wissen oft mehr über die Zukunft, als sie der Öffentlichkeit mitteilen. Wie staatliche Geheimhaltung, von RAND bis zum Irak-NIE, Verschwörungstheorien produziert und demokratische Urteilsfähigkeit aushöhlt.

Zang Tumb Tumb — wenn politische Impulsivität zur Regierungsform wird

Editorial-Illustration: eine klassische Säule zerbricht in geometrische Splitter und Maschinenteile — zu politischer Impulsivität als Strategie.

Politische Impulsivität wirkt wie Charakter, ist aber Strategie. Von Marinettis Futurismus bis zu Trumps Regierungsstil: wie inszenierte Unberechenbarkeit demokratische Institutionen durch Erschöpfung zersetzt.

KPI statt Utopie — wenn Kalkulation die politische Vorstellungskraft verdrängt

Editorial-Illustration: aufgeschlagenes Hauptbuch — eine Seite mit Zahlenkolonnen, die andere zerfließt in Aquarell — zur Spannung zwischen Kalkulation und Imagination.

„What gets measured, gets managed.“ Eine Lektüre von Jonathan Whites „In the Long Run“ (2024) über die Technokratisierung der Zukunft, von den Physiokraten bis zur Meinungsforschung, und warum politische Imagination unterfinanziert ist.

„In the long run“ – die gefährlichste Formulierung der Wirtschaftsgeschichte

Editorial-Illustration: weite Landschaft mit fernem Uhrturm, dessen Schatten in den Vordergrund fällt, verstreute Wahlzettel davor — zur Frage politischer Zeithorizonte.

Wer den Zeithorizont definiert, definiert die Zumutbarkeit. Eine Lektüre von Jonathan Whites „In the Long Run“ (2024) über Trickle-Down, Longtermism und den Zerfall des demokratischen Zeitkompromisses.

Artisanal Web oder „das Post-GEO-Zeitalter“: Warum das Menschliche im Dead Internet zum Luxusgut wird

Artisanal Web

TL;DR: MediaPunk hat Generative Engine Optimization (GEO) bereits im Mai 2025 als Wendepunkt analysiert. Heute ertrinkt das Web in fehlerfreiem, synthetischem KI-Sludge. Die logische Gegenbewegung für die späten 2020er Jahre? Das „Artisanal Web“. In einer Welt der unendlichen Perfektion wird der menschliche Fehler zum ultimativen Statussymbol. Die Flutung der digitalen Sphäre Erinnert sich noch jemand an … Weiterlesen

Prediction Markets: Von der Vorhersage zum Vollstrecker.

TL;DR: In einem vorangegangenn Beitrag habe ich Prediction Markets anhand von Polymarket als zynisches Casino analysiert. Doch der eigentliche intellektuelle blinde Fleck liegt woanders: Die Annahme, diese Prediction Markets würden die Zukunft vorhersagen, ist gefährlich. Sie sind längst dabei, sie zu exekutieren. Wenn Wetten direkt an Smart Contracts gekoppelt werden, landen wir in einem unregulierten „Wenn-Dann-Feudalismus“. … Weiterlesen